
Am längsten untersucht
BPC-157 und TB-500 werden seit den 1990er-Jahren in Tiermodellen erforscht.
Zwei Mechanismen
Angiogenese auf der einen, Zellmigration auf der anderen Seite.
Vier Compounds
BPC-157, TB-500, KPV und Follistatin-344, jeweils als fertig dosierter Pen.
Die Pens in diesem Bereich






Worum es in diesem Forschungsbereich geht
Regeneration ist der Sammelbegriff für die Prozesse, mit denen ein Organismus beschädigtes Gewebe wiederherstellt. In der Peptidforschung geht es dabei fast immer um zwei Fragen: Wie kommt Blut an die betroffene Stelle, und wie kommen die reparierenden Zellen dorthin?
Genau entlang dieser beiden Fragen teilen sich die Compounds in diesem Bereich auf. BPC-157 wird überwiegend im Zusammenhang mit Angiogenese untersucht, der Bildung neuer Blutgefäße, ohne die neues Gewebe nicht versorgt werden kann. TB-500, ein Fragment von Thymosin Beta-4, wird über seine Bindung an Aktin mit der Beweglichkeit von Zellen in Verbindung gebracht.
Weil die beiden an unterschiedlichen Stellen desselben Vorgangs ansetzen, werden sie in Studien häufig gemeinsam betrachtet. Belastbare Daten gibt es dabei zu den Einzelsubstanzen, nicht zu ihrem Zusammenspiel, ein Punkt, den seriöse Quellen benennen und Werbetexte gerne übergehen.
Was in diesem Bereich noch untersucht wird
Neben den beiden bekanntesten Compounds führen wir KPV, ein Tripeptid aus der Alpha-MSH-Sequenz, das vor allem in Modellen zur Darmbarriere und zu entzündlichen Prozessen auftaucht. Follistatin-344 wiederum wird im Zusammenhang mit Myostatin untersucht, einem Protein, das das Muskelwachstum begrenzt.
Alle vier sind Research-Grade-Compounds. Die Studienlage stammt nahezu vollständig aus Zellkultur und Tiermodell; kontrollierte klinische Studien am Menschen fehlen. Was an Rattensehnen gemessen wurde, ist ein Befund über Rattensehnen, ein Grund weiterzuforschen und nicht mehr.
Wo die Belege aufhören, und warum das hier besonders zählt
Dieser Bereich ist der mit dem größten Abstand zwischen dem, was im Handel behauptet wird, und dem, was in der Literatur steht. Deshalb steht die Einordnung hier vor der Aufzählung.
Zu BPC-157 ist kein Rezeptor bestimmt. Es gibt keinen benannten Angriffspunkt, sondern diskutierte Signalwege aus Tier- und Zellversuchen, und für keine Indikation liegt eine humane Wirksamkeitsstudie vor. Die US-Antidopingagentur weist zusätzlich darauf hin, dass klinische Studien offenbar abgebrochen wurden, ohne dass Ergebnisse erschienen sind.
Bei TB-500 ist die Verwechslungsgefahr die eigentliche Schwierigkeit. Die klinischen Studien, die man online zitiert findet, betreffen das vollständige Protein Thymosin Beta-4 mit 43 Aminosäuren, nicht das Siebener-Fragment, das unter dem Namen TB-500 gehandelt wird. Und Follistatin ist gar kein Rezeptorligand, sondern ein Protein, das Myostatin und Aktivin abfängt; die einzigen humanen Daten dazu stammen aus Gentherapie mit sechs Patienten, nicht aus der Gabe von Protein.
Für den Sport ist dieser Bereich der am stärksten regulierte im ganzen Sortiment: BPC-157 steht seit 2022 in Kategorie S0, TB-500 in S2.3, und Follistatin wird in S4.3 ausdrücklich als myostatinbindendes Protein genannt. Alle drei sind jederzeit verboten. Bei Follistatin verbietet die Liste zusätzlich die zugehörige Gentherapie unter M3.1, Gen- und Zelldoping. Wer in einem Verband startet, sollte diesen Bereich deshalb vor jeder Bestellung mit seiner Antidoping-Stelle abstimmen und sich nicht auf Zusammenfassungen aus Foren verlassen.

