
Bioregulatoren
Epitalon und Thymalin stammen beide aus der russischen Peptidforschung.
Thymus im Fokus
Zwei der vier Compounds kommen aus der Forschung zur Thymusdrüse.
Zellenergie getrennt
Mitochondriale Compounds stehen unter Zellenergie.
Die Pens in diesem Bereich






Worum es in diesem Forschungsbereich geht
Altern ist kein einzelner Vorgang, und „Longevity“ ist entsprechend kein Mechanismus, sondern ein Sammelbegriff. Wir führen unter diesem Bereich die Compounds, die im Zusammenhang mit der Alterung von Geweben und Regelkreisen untersucht werden. Was am Energiestoffwechsel der Zelle ansetzt, steht bewusst getrennt davon unter Zellenergie.
Epitalon ist ein Tetrapeptid aus der Zirbeldrüsenforschung und wird vor allem im Zusammenhang mit Telomerase untersucht, dem Enzym, das die Endstücke der Chromosomen verlängert. Thymalin und Thymosin Alpha-1 stammen beide aus der Forschung zur Thymusdrüse, dem Organ, das mit dem Alter zurückgeht und für die Reifung von T-Zellen zuständig ist.
Kisspeptin steht etwas abseits: es wird als Regler der hormonellen Achse untersucht, die über GnRH die Geschlechtshormone steuert. Der Zusammenhang mit dem Altern läuft hier über die Hormonlage, nicht über die Zelle selbst.
Ein Hinweis zum Lesen von Studien
In kaum einem Bereich klafft die Lücke zwischen Modell und Behauptung so weit auseinander wie hier. Viele der zitierten Ergebnisse stammen aus Zellkultur oder aus Modellorganismen mit sehr kurzer Lebensspanne, Fadenwürmer, Fruchtfliegen, Mäuse. Was dort gemessen wird, ist ein Befund über diesen Organismus.
Die nützlichste Frage an eine Longevity-Studie ist deshalb selten „was wurde beobachtet“, sondern fast immer „woran, wie lange, und im Vergleich wozu“.
Woher die Compounds in diesem Bereich stammen
Drei der vier Pens hier kommen aus derselben Ecke der Forschungsgeschichte: aus Extrakten von Drüsen. Epitalon wurde anhand der Aminosäurezusammensetzung von Epithalamin entworfen, einem Rohextrakt aus Rinder-Zirbeldrüsen. Thymalin ist selbst so ein Extrakt, gewonnen aus dem Thymus von Rindern, und deshalb kein einzelnes Molekül: es gibt dafür keine Sequenz und keine Molmasse. Thymosin Alpha-1 ist das Gegenstück dazu, nämlich ein einzelnes, vollständig bestimmtes Peptid aus 28 Resten, das 1974 aus einer solchen Rohfraktion aufgereinigt wurde.
Der vierte, Kisspeptin-10, fällt aus der Reihe. Es ist ein Fragment des KISS1-Genprodukts und hat als einziges in diesem Bereich einen sauber benannten Rezeptor, KISS1R, mit einer datierten Zuordnung aus dem Jahr 2001.
Diese Herkunft erklärt auch die Unterschiede in der Belegbarkeit. Bei Epitalon stammen sämtliche präklinischen und klinischen Studien aus der Gruppe um Wladimir Chawinson in Sankt Petersburg, ohne unabhängige Bestätigung, und die humanen Arbeiten sind Beobachtungsstudien statt randomisierter Studien. Bei Thymalin ist der Wirkstoff selbst nicht vollständig aufgeklärt, weshalb dort das Prüfprotokoll der Charge wichtiger ist als bei jedem anderen Pen. Thymosin Alpha-1 ist in über dreißig Ländern registriert, aber weder in den USA noch in der EU, weil die bestimmenden kontrollierten Studien ihre primären Endpunkte nicht erreichten.

